Deutsch-französisches Seminar in Berlin 2006


Sonntag, 02.04.2006


Am Sonntagmorgen (02.04.2006) um 9:00 Uhr haben wir uns am Bahnhof in Detmold getroffen. Wir sind mit 22 Franzosen und 17 Deutschen sowie drei Lehrern von dort los gefahren. Die gemeinsame Fahrt nach Berlin war sehr amüsant, da wir uns schnell angefreundet haben. Unsere Mittagspause machten wir am ehemaligen Grenzübergang Marienborn, wo man in einem Museum etwas über die Grenze und über die dort stattfindenden Kontrollen erfuhr. Um 16:00 Uhr trafen wir in Berlin am East Side Hotel ein und nahmen die Zimmer Aufteilung in Angriff! Es gab vierzehn zweier Zimmer und drei dreier Zimmer. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, haben wir uns im Aufenthaltsraum des Hotels getroffen. Dort haben wir die beiden Seminarleiter Katharina und Kay-Uwe kennen gelernt. Sie haben uns gesagt, wann wir uns im Seminarraum treffen und wo dieser ist. Nach dem Abendessen führten wir bereits ein kleines Partnerinterview durch. Jede/r Deutsche musste dabei eine/n Franzosen/Französin befragen. Dies geschah zum Teil auf Englisch, aber auch durch Zeichnungen und Zeichensprache. Später erkundete ein Teil der Gruppe gemeinsam mit Frau Schüttler und Frau Thöne bei einem kleinen Spaziergang das angrenzende Viertel Kreuzberg und die East Side Gallery, die direkt vor unserem Hotel verlief. Es handelt sich dabei um den einzigen noch bestehenden Teil der ursprünglichen Mauer, der sich über 1,5 km erstreckt und nun bunt bemalt ist.

Montag, 03.04.2006


Am nächsten Morgen trafen wir uns um 8:45 im Aufenthaltsraum und gingen gemeinsam zu dem Seminarraum, wo wir ein paar kleine Kennenlernspiele spielten, bei denen wir uns z. B. alphabetisch oder in der Reihenfolge unserer Geburtsdaten aufstellen mussten. Danach beschäftigten wir uns mit unseren Vorurteilen, d. h. die Franzosen sollten eine Collage mit einem Bild des „typischen Deutschen“ erstellen und sich überlegen, wie der „typische Franzose“ aus Sicht der Deutschen ist. Wir machten das Gleiche - nur umgekehrt. Anschließend bereiteten wir die für den Nachmittag vorgesehene Stadtrallye vor. Nach dem Mittagessen bekamen wir für unsere Gruppen die U-Bahnkarten (immer für fünf Personen). Jeweils zehn Personen (zwei Gruppen) machten die Rallye im gleichen Viertel, in dem Sehenswürdigkeiten aufgesucht und Personen befragt werden mussten. Für die anderen Gruppen sollte dann am nächsten Tag eine Präsentation vorbereitet und durchgeführt werden. Besonders schwierig war es, mit zehn Personen U-Bahn zu fahren, dabei durfte man sich im Gedrängel nicht verlieren und man musste sich einigen, welches die richtige Bahn ist... Nach dem Abendessen saßen wir gemeinsam mit den Franzosen in der Hotelbar und versuchten uns zu verständigen und uns näher kennen zu lernen.

Dienstag, 04.04.2006


Heute Morgen sind wir um 9:30 Uhr mit dem Bus losgefahren um eine Stadtrundfahrt zu machen. Wir sahen uns zum Beispiel die East Side Gallery, das Brandenburger Tor (das Wahrzeichen von Berlin), die Siegessäule, die verschiedenen Botschaften, den Bundestag und das Denkmal von Friedrich dem Großen an. Interessant war auch der Besuch des Deutschen Doms, bei dem wir sehr viele Informationen über die deutsche Geschichte erhalten haben. Ab 12:15 Uhr hatten wir die Gelegenheit in der Stadt etwas zu essen und ein bisschen einkaufen zu gehen. Gegen 14:00 Uhr traf sich die Gruppe am Gendarmenmarkt wieder. Während wir auf unseren Bus warteten, gab es ein Schneeunwetter. Daher mussten wir anschließend direkt ins Hotel zurückfahren, um uns trockene Sachen anzuziehen. Um 14:45 Uhr gingen wir gemeinsam mit den Franzosen zu unserem Seminarraum, der etwa in drei Minuten zu Fuß zu erreichen ist. Zuerst lernten wir spielerisch einige französische und deutsche Wörter kennen und übten diese gemeinsam. Danach haben sich immer jeweils ein Deutscher und ein Franzose zusammen gesetzt und es wurde eine Liste mit „Überlebenswörtern“ beider Sprachen erstellt. Diese Listen stellten wir uns gegenseitig vor. Im Anschluss daran sangen alle zusammen ein französisches Lied. Zum Abschluss machten wir ein Plakat in unseren jeweiligen Rallye-Gruppen über die Erkundung der Stadt am Vortag und präsentierten dieses in beiden Sprachen. Nach dieser Vorstellung war das Seminar für heute beendet. Nach dem Abendessen gingen einige Schüler mit Frau Thöne, Katharina und Didier (dem französischen Lehrer) in eine Sportsbar um auf einer Leinwand ein Fußballspiel (Mailand-Lyon) zu sehen. Die anderen Schüler saßen in der Hotelbar und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Mittwoch, 05.06.2006


Heute Morgen sind wir um 8:45 Uhr zu unserem Seminarraum gegangen. Dort haben wir gemeinsam deutsche sowie französische Lieder gesungen. Außerdem haben wir einige wichtige Vokabeln zum Thema Arbeitswelt in binationalen Kleingruppen gelernt. Im Anschluss daran wurden wir in sechs Gruppen eingeteilt, in denen jeweils eine Präsentation zu den Themenbereichen Ausbildung, Schulsystem und den Heimatregionen vorbereitet werden sollte. Eine weitere Gruppe hat einen geschichtlichen Zeitstrahl entworfen. Alle Plakate wurden anschließend präsentiert. Am Nachmittag sind wir dann gemeinsam zum Checkpoint Charlie gefahren und haben dort das dazugehörige Museum besichtigt. Ein Zeitzeuge hat für uns einen Vortrag über seine Zeit beim Militär in der ehemaligen DDR, über seine Flucht, seine anschließende Verfolgung und seine Tätigkeit als Fluchthelfer in Westberlin gehalten. Nachdem wir dann gemeinsam zu Abend gegessen hatten, sind wir zum Reichstag gefahren um einen Blick auf Berlin bei Nacht zu erhaschen. Dort mussten wir lange warten und einige versuchten sich mit Singen und Tanzen gegen Regen und Kälte zu wehren. Der Blick auf Berlin bei Nacht aus der Reichstagskuppel hat uns jedoch für das lange Warten entschädigt. Später haben wir dann in der Bar zusammen mit den Franzosen gesessen, um die zuvor entstandenen Kontakte zu vertiefen.

Donnerstag, 06.04.2006 und Freitag, 07.04.2006


Seminar, Evaluation, Einkaufen, Essen beim Mexikaner, Abschiedsfete...
Dies sollte unser letzte Seminartag werden. Nach einem kurzen Aufwärm-Vokabelspiel diskutierten wir in zwei Gruppen über den Verlauf des Seminars und tauschten unsere neuen Erkenntnisse zu den Vorurteilen bzw. zum Bild der anderen aus. Anschließend bereiteten wir den Nachmittag vor, an dem wir in verschiedenen großen Kaufhäusern Arbeitsaufträge bearbeiten sollten. Natürlich durften wir während der Besuche in Berlins großen Einkaufscentern wie Lafayette, KaDeWe und Kaufhof auch shoppen. Die Preise waren teilweise „zum Einbuddeln“:  eine Handtasche z. B. von CHANEL  sollte 219,00 € kosten. Das war nicht bezahlbar. Um 18:00 Uhr sind wir mit der gesamten Gruppe in unserem Viertel (Friedrichshain) in ein mexikanisches Restaurant gegangen. Die Stimmung dort war toll, denn die Französinnen versuchten uns französische Schlager beizubringen. Die anschließende Abschiedsfete verlief etwas mühselig, da alle ganz schön müde waren und nach Hause wollten. Da die französische Gruppe nicht mitten in der Nacht in St. Omer ankommen sollte, sind wir  in dieser Nacht direkt nach der Abschiedsparty so gegen 3:30 Uhr abgefahren. Im Bus konnten wir dann gut schlafen, erst kurz vor Detmold gingen die Verabschiedungen los. Das war sehr traurig, denn wir hatten uns ja alle richtig gut verstanden. Einige von uns wollen beim nächsten Seminar wieder dabei sein und sich dabei mit einigen Franzosen wieder treffen.